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Habt Vertrauen

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn. (Mt 14,22-33)

„Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“ –
Können wir das so einfach annehmen?
Erreicht dieses Wort unser Herz?
Oder fällt es uns doch leichter zu sagen: „Christi Wort in Ehren. Aber uns wird es mulmig und ein komisches Gefühl beschleicht uns.
Wir hören von immer neuen Krisen!
In Syrien und vielen islamistisch beeinflussten Ländern werden Christen verfolgt, vertrieben, getötet, werden die Menschen auf der Strasse umgebracht, in Israel und Gaza herrscht Krieg ; in Afrika fallen Menschen der Seuche zum Opfer oder verhungern. Wie können wir vertrauen?
Wie gut, wenn wir in unseren Ängsten, in unseren Sorgen und Nöten nicht alleine sind.
Wie gut, wenn jemand bei uns ist, wenn das Lebensboot in den Wellen des Leben hin- und her geworfen wird, wenn der Sturm braust und die Angst in uns aufsteigt.
Auch Petrus schreit. Auch Petrus hat Angst! Er droht unterzugehen. Er hat, kaum will er Jesus entgegengehen, das Vertrauen verloren.
Ja, Petrus schreit in seiner Angst und Not: „Herr, rette mich!“ Und Jesus fackelt nicht lange.
Er kennt seinen Petrus – und er streckt sofort die Hand aus, rettet ihn und sagt: „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“
Jesus scheint damit sagen zu wollen: Vertraue, auch wenn dir manchmal das Wasser bis zum Hals steht. Gib nicht auf.
Habe Vertrauen, denn so lange ich bei dir bin, wirst du in den Fluten nicht ertrinken.
Solange Jesus uns im Blick hat und solange wir Jesus im Blick haben, werden wir zwar nicht ohne Angst sein, aber die Fluten werden uns nicht verschlingen.
Ob wir das glauben? Ob wir vertrauen? Ob wir uns ganz ihm hingeben?
Schauen wir Jesus ins Gesicht, blicken wir in seine Augen und rufen, ja schreien wir: Herr, rette mich. Gerade in den Turbulenzen des Lebens, wenn wir nicht mehr ein noch aus wissen – gerade dann gilt es, dass wir Jesus in den Blick nehmen, dass wir uns von Jesus in den Blick nehmen lassen, dass wir ihn anschauen, dass wir beten und ruhig werden oder wie Petrus schreien: Herr, rette mich!

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