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Glaube hat mit Liebe zu tun

In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. (Mk 1,21-22)

Da ist sie wieder, die Spannung zwischen Theologie und Glaube, zwischen Wissenschaft und Praxis.
Auf der einen Seite die Schriftgelehrten, die voller Macht sind, die sie aus der exakten und gewissenhaften Lehre beziehen, und auf der anderen Seite Jesus, der Sohn Gottes, der mit Vollmacht lehrte, die vom Vater geschenkt ist
Jesus lebt und lehrt (im Gegensatz zu den Schriftgelehrten) aus der lebendigen Verbindung zu seinem Vater, aus dem Gebet. Daraus erwächst das Geschenk der Vollmacht, die der Vater ihm verleiht und die seine Zuhörer ganz offensichtlich erspüren, die sie zur existenziellen Betroffenheit führt.
Glaube ist nicht deckungsgleich mit Theologie, aber ohne Glaube ist die wissenschaftliche Theologie nicht möglich. Genauso wie auch umgekehrt.
Glaube hat mit Liebe zu tun. Glauben heißt in lebendigem Kontakt stehen, in lebendigem Kontakt zu unserem liebenden Gott.
Mögen wir diesen Kontakt immer wieder suchen und mögen wir ihn niemals verlieren.

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Wo wohnst Du!

In jener Zeit stand Johannes am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.
Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte – Christus. (Joh 1,35-41)

Die Frage: „Meister, wo wohnst Du?“  ist weit mehr als die Frage nach einer konkreten Wohnung, oder nach einer eindeutig zu verortenden Adresse.
Es ist weit darüber hinausgehend die Frage nach der innerlichen Beheimatung. Nach dem, was das Leben prägt, was Halt und Schutz gibt.
Eine Frage, die nicht nur für uns schwer zu beantworten ist. Es braucht mehr als ein paar Worte und kann meist selbst dann nicht klar und umfassend beantwortet werden.
Was liegt da näher, als genau das zu tun, was Jesus hier tut. Die Fragenden werden eingeladen, sich selbst ein Bild zu machen.
Und sie folgen der Einladung. Sie nehmen mit eigenen Augen wahr, was nicht in Worte zu fassen ist. Sie sammeln Erfahrungen und kommen zu dem Schluss: „Wir haben den Messias gefunden.“
Meister, wo wohnst Du? – Kommt und seht!
Folgen auch wir ihnen nach…

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Der Himmel ist offen

In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. (Mk 1,9-11)

Es ist nur eine kurze Szene, die das Evangelium da beschreibt; so kurz, dass es auf alles ankommt, was dort beschrieben wird:
Zum einen, dass Jesus unter einem offenen Himmel ist; und zum anderen das wunderschöne Bekenntnis Gottes zu diesem Menschen, der sich da auf die Seite der Sünder gestellt hat, auf die Seite derer, die der Umkehr bedürfen, weil sie sonst an ihrer Schuld ersticken würden.
Gerade dieses Zweite will uns sagen:
In diesem Jesus, stellt sich nicht einfach nur ein Mensch auf die Seite der Sünder, sondern da stellt Gott selbst sich auf die Seite der Sünder, denn dieser Mensch ist Gottes Sohn, dieser Mensch ist Gott.

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3. Advent

Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört. Löscht den Geist nicht aus! […]
Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar und bewahre euren Geist, eure Seele und euren Leib unversehrt, damit ihr ohne Tadel seid, wenn Jesus Christus, unser Herr, kommt. Gott, der euch beruft, ist treu; er wird es tun.
(1 Thess 5,16-19.23-24)

Löscht den Geist Gottes nicht aus:
– im adventlichen Trubel, den wir doch eigentlich dieses Jahr endlich einmal vermeiden wollten, und es wieder nicht geschafft haben. Warum eigentlich?
– in der alltäglichen Geschäftigkeit, die keinen Stillstand duldet, und in der jedes Warten Verlust bedeutet, statt Chance innezuhalten und den Kontakt zu Gott neu aufzunehmen.
– im Aktivismus, der bestrebt ist, jede Nachdenklichkeit im Keim zu ersticken und mit sinnentleerter Beschäftigung zuzudecken.

Gottes Geist führt uns zu:
– Tiefer innerer Freude über sein immer neues Kommen in diese Welt
– Gebet, zur selbstverständlichen immerwährenden Verbindung mit Gott, dem Dreh- und Angelpunkt unserer Welt und unseres persönlichen Daseins
– Dank für das, was wir tagtäglich aus Gottes Hand empfangen dürfen, denn wir erlangen nicht das was uns zusteht, sondern werden von Gott immer neu mit seiner Gnade beschenkt

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Vertrauen

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen. Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! (Mt 25, 14-15.19-21)

Das Wort Talente hat es in unserem Wortschatz in die Alltagssprache geschafft. Daher ist es für uns offensichtlich, dass mit den Talenten, die wir von Gott anvertraut bekommen haben, innere Anlagen und Möglichkeiten gemeint sind, die es zu entfalten und auszubauen gilt.
Aber es geht auch durchaus noch tiefer. Gott vertraut uns auch andere Menschen an, das Geschick seiner Menschen legt er in unsere Hände. Uns sind viele Menschen anvertraut: Eltern, Kinder, Partner, Partnerin, Arbeitskollegen, Mitschüler, Chef, Mitarbeiter, Priester, Gemeinde…
Wir können uns gegenseitig beschenken, wir können einander das Leben mehren, und diesem Leben eine ganz neue Qualität geben. Wir können es! Und Gott baut darauf.
Und Christus hat uns noch viel mehr anvertraut: sein Wort, seine Wahrheit, das lebendige Brot. Und die Gaben des Geistes. Die kostbare Zeit unseres Lebens aber ist uns gegeben, damit wir lernen, an seine Liebe zu glauben und ihm zu danken.
Er baut darauf, dass das Vertrauen, das er in uns investiert, dass dieses Vertrauen Zinsen trägt.

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Diener

In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sprach:
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.  Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.
Der Größte von euch soll euer Diener sein.
Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. (Mt 23,1.8-12)

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit:
in den entscheidenden Augenblicken des Lebens helfen weder Titel noch Einfluss noch Macht – da helfen allein Vertrauen, Hoffnung und Glaube.
Aber irgendwie scheinen wir Menschen so veranlagt zu sein, dass wir dies manchmal vergessen und auf falsche Sicherheiten bauen. Daran erinnert uns das Evangelium mit der Aussage Jesu: „Wer sich selbst erhöht wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“
Der einzige „Titel“, den Jesus gelten lässt, auch wenn er ihn nicht als solchen ausspricht, ist der des „Dieners“.
Er selbst hat uns den Dienst und das Dienersein vorgelebt; im seinem Sinne handeln heißt also, sich zum Diener machen. Wir dürfen uns ihn zum Vorbild nehmen.

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Kindsein

Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Jeder, der dies von ihm erhofft, heiligt sich, so wie Er heilig ist. (1 Joh 3,1-3)

„Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es.“
Bei den Kindern können wir oftmals sehen, dass sie sowohl in der äußeren Erscheinung, als auch in ihrem Wesen, Züge der Eltern in sich tragen. Wir können an den Kindern erkennen, zu welcher Familie sie gehören.
Welch eine große Ehre ist es da, wenn wir Kinder Gottes sind!! Wir tragen göttliche Wesenszüge in uns! Wir tragen Spuren, Züge Gottes in uns!
Wir sind mit Gott eng verbunden, haben Anteil an Gottes Wesen und Art.
Das ist ein Riesen-Geschenk, eine große Gabe, eine Gnade, die uns Christen geschenkt ist und für die wir dankbar sein dürfen.
Daher kann es uns eine Ehrenaufgabe sein, die Spuren Gottes in uns freizulegen: seine Barmherzigkeit, seine Güte, seine Liebe…
Am Hochfest Allerheiligen feiern wir Menschen, die diese Spuren Gottes in sich in besonderer Art und Weise gefunden, freigelegt und gepflegt haben. Die das Geschenk Gottes behutsam ausgepackt und ihm einen Ehrenplatz im eigenen Leben gegeben haben.
Wir erinnern uns daran, dass auch wir zur Heiligkeit berufen sind.

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