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Im Vorhof seiner Herrlichkeit

Gott, du unser Beschützer, schau auf das Angesicht deines Gesalbten.
Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums ist besser als tausend andere. (Ps 84,10-11)

Der Beter aus dem Psalm 84 scheint ein ähnliches Empfinden gehabt zu haben, wie wir.
Wir spüren, dass Gott uns nahe ist, aber gleichzeitig scheint er auch unfassbar, irgendwie entrückt.
Auch wenn wir uns zur Feier der Eucharistie versammeln, (und ihm daher doch ganz nah sind) so spüren wir doch auch, dass wir uns nur im Vorhof seines Heiligtums befinden.
Aber selbst hier erahnen wir seine Größe und Herrlichkeit.
In der Inständigkeit unserer Bitte, in der Geduld, in der gläubigen Zuversicht, in der Demut und Ehrfurcht, die wir Jesus entgegenbringen, kommt unser Vertrauen auf ihn und die Erhörung unser Bitten zum Ausdruck. Hier wird Glaube spürbar und greifbar.
Dieser Glaube, zu dem wir gerufen werden, wird immer wieder auf seine Echtheit geprüft. Mögen auch wir uns immer wieder um einen Glauben mühen, der dieser Prüfung standhält.

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Ein Kommentar

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Hartnäckigkeit

In jener Zeit sagte Jesus ihnen durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten:
In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. 3In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind! Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie lässt mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht. Und der Herr fügte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt.
Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern?
Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden? (Lk 18,1-8)

Zwei Punkte sind an diesem Vergleich ungeheuer wichtig.
Da ist zunächst die Hartnäckigkeit. Jesus schildert die Jünger, als „Gottes Auserwählte“, die „Tag und Nacht zu ihm schreien“.
Beten kann also auch die ganze Hartnäckigkeit der Witwe haben. Es ist erlaubt, Gott auf die Pelle zu rücken.
Aber auch das zweite ist unbedingt zu beachten:
Jesus vergleicht Gott nicht mit einem ungerechten Richter, sondern sagt: Wenn schon ein ungerechter Richter dies tut – um wie viel mehr dann der gerechte Gott und Vater!
Das Evangelium weist uns darauf hin, dass derjenige, der meint, Gott sei ein Selbstbedienungsladen und das Gebet ein Blanko-Bestellformular, enttäuscht werden dürfte.
Das Gebet, das Jesus meint, ist Teil und Frucht einer Beziehung zwischen Gott und den Menschen.
Die Bitte, zu der Jesus auffordert, ist gewachsen aus dem Vertrauen, mit dem Menschen ihr ganzes Leben auf Gott setzen, sich ganz ihm anvertrauen und als Gottes Volk leben.

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Besinnung

In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf, und eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden. (Lk 10,28-42)

Der Besuch Jesu bei Maria und Martha muss im Zusammenhang mit der Samaritergeschichte (Lk 10, 25-37) gesehen werden. Dieser Zusammenhang sagt uns: Nicht beten statt arbeiten, nicht Aktivität an Stelle von Besinnung, sondern beides: Beten und arbeiten, Innerlichkeit und Tätigsein; beides zur rechten Zeit – das will uns Jesus sagen.
In unserer Zeit und Gesellschaft allerdings, wo scheinbar nur Leistung und Betriebsamkeit zählen, muss natürlich die Besinnung besonders betont werden. Wir müssen wieder zur Besinnung zurückfinden.
Wir brauchen heute mehr denn je auch Zeiten der Stille und des Nachdenkens; wir brauchen Zeiten des Innehaltens und der Neuorientierung.
Wir brauchen Zeiten der Besinnung, damit wir nicht in unserer Geschäftigkeit ganz aufgehen oder darin sogar untergehen.
Denn wer glaubt, dass er ohne auf Jesus zu hören, ohne innere Einkehr erfolgreich, fruchtbar und segensreich wirken kann, der täuscht sich einfach.

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Gottesbeziehung

(In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete:) Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich. (Joh 17,20-23)

Kurz vor seiner Gefangennahme hat Jesus in sehr intensiver Weise Abschied genommen von seinen Freunden. Dabei hat er seinen letzten Willen bekundet – nicht in Form eines Katalogs mit Normen für seine Nachkommen. Er hat keine Strukturen vorgegeben. Statt zu organisieren betet Jesus.
Hier betet einer, der alles kann durch den, der ihn erfüllt, stärkt und sendet. Er lebt die Einheit mit dem Vater. Diese Gottesbeziehung ist für Jesus Glück und Lebenskraft. Genau diese Einheit, diese Vertrautheit ist es, die er uns hinterlassen will. Wir sollen eins sein.
Das lässt sich nicht organisieren oder planen.
Es ist eine geistliche Dimension, die uns im Gebet eröffnet wird. Mit Strukturen allein kommen wir nicht weiter.
Dem Christen, der sich wirklich zu Jesus bekennt, sollte es ein Herzensanliegen sein, was Er vorgelebt hat, was Er den Menschen bezeugt hat.

Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen;
sei mir gnädig und erhöre mich!
Mein Herz denkt an dein Wort: „Sucht mein Angesicht!“
Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.
Verbirg nicht dein Gesicht vor mir!
(Ps 27,7-9)

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Ich bin das Licht

„Ich bin das Licht der Welt“ so legt Christus über sich selbst Zeugnis ab.
Unter dieser Überschrift stehen auch die diesjährigen Erstkommunionfeiern im Pastoralen Raum Lennestadt.
Allen Kindern gratulieren wir zum heutigen Tage, an dem sie zum ersten Mal zum Tisch des Herrn treten dürfen und wünschen Ihnen Gottes Segen
Mögen Sie immer dem Licht der Welt auf der Spur bleiben.

Wir wollen die Kinder mit unserem Gebet begleiten:
„Herr Jesus Christus, du hast die Kinder heute mit Deiner Gegenwart beschenkt. Du bist ihnen selbst entgegengekommen. Dafür danken wir Dir.
Sei ihnen stets das Licht auf den Wegen ihres Lebens und lass sie immer mehr zu der Erkenntnis kommen, das Du DAS Licht der Welt bist, in das wir unser immer wieder hineinstellen dürfen. Lass Die Kinder dankbar sein Dein Entgegenkommen und schenke ihnen in uns glaubwürdige Zeugen des Glaubens und Helfer auf dem Weg zu Dir.
Wir loben Dich und danken Dir, heute und in Ewigkeit. Amen.“

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Fürsprecher

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. (Joh 6a;11b)

Wenn heute ein Mensch zum Glauben kommt, ob als Kind, ob als Jugendlicher oder als Erwachsener, dann ist es gar nicht selbstverständlich, dass er dann auch im Glauben durchhält.
Zum Glauben kommen, ist nicht schwer.
Aber dann, wenn die Zeit lang wird, dann durchzuhalten, wo der Glaube heute von allen Seiten angefochten wird, das ist etwas ganz anderes.
In dem Augenblick, in dem jemand mit Jesus ernst macht, werden die Leute mit ihm Ernst machen.
Da wird er ein Stein des Anstoßes sein mitten in dieser Welt, die heute nicht mehr von Jesus und vom Heiligen Geist geprägt ist.
Wer sich das aber einmal bewusst macht, der wird mit Freude wahrnehmen, dass wir einen Fürsprecher beim Vater haben, der betet: „Vater, bewahre sie in deinem Namen.“
Wenn wir angefochten sind, wenn wir vielleicht noch nicht einmal mehr beten können, weil die Zweifel so groß werden, dann dürfen wir wissen:
Wir haben einen Fürsprecher beim Vater, der für uns betet: „Vater bewahre sie.“ –
Und das macht stark.
Jeder, der sich auf Jesus eingelassen hat, hat einen Fürsprecher am Thron des Vaters im Himmel.

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Alle suchen dich!

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. (Mk 1,35-38)

Frühmorgens, als es noch dunkel ist, steht Jesus auf, geht hinaus an einen einsamen Ort, um dort zu beten. Er sucht die Einsamkeit, die Stille. Er sucht das Schweigen, um unter den vielen Stimmen und Impulsen des Alltags das Wort des Vaters zu erkennen. Er sucht jene Einsamkeit, in der er sich ungeteilt dem Wort und dem Geheimnis des Vaters überlassen kann.
Sein Leben und Wirken ist nur aus dieser tiefen Verbundenheit heraus zu verstehen.
Als Simon und seine Gefährten plötzlich entdecken, dass Jesus sich von ihnen und der großen Menschenschar zurückgezogen hat, eilen sie ihm nach.
In der Einsamkeit und im Gebet finden sie ihn wieder und sagen zu ihm: „Alle suchen dich.“
Diese Worte sind eine indirekte Frage und eine geheime Bitte.
Jesus aber geht nicht direkt auf das Anliegen seiner Jünger ein. Seine Antwort ist eine klare Absage und offenbart den radikalen Gegensatz zwischen seinen und ihren Gedanken.
Mit Nachdruck stellt er die Verkündigung der Gottesherrschaft, die Wanderpredigt als seine eigentliche Aufgabe in den Vordergrund.
Dieses Verhalten Jesu stellt Fragen an uns, sowohl an uns als einzelne Christen wie auch als christliche Gemeinde:
– Wie kann ich unterwegs bleiben in Treue zu meinem Lebensauftrag?
– Wie kann ich unterwegs bleiben in der Unruhe und dem Lärm des Alltags, in dem Netz von Erwartungen und Ansprüchen, das andere über mich werfen?
– Wie können meine Lebensquellen ihre Klarheit behalten und jene Stunden versorgen, in denen mein Glaube, meine Hoffnung und meine Liebe sich abnutzen und zu versiegen scheinen?
Jesus hat die Einsamkeit und das Schweigen gesucht.
Er hat jene Zeiten der Stille geliebt, in der alle äußere Aufmerksamkeit und alle Beschäftigung ruhte, und er sich ganz dem Geheimnis des Vaters überlassen konnte.
Aus dieser innigen Verbundenheit fand Jesus zu der kraftvollen Klarheit und unabhängigen Entschiedenheit, die sein Leben bestimmte.

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