Schlagwort-Archive: Barmherzigkeit

Was willst Du?

Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der Herr es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren. Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage, und Ninive ist zerstört!. Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus, und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an. Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er angedroht hatte, und er führte die Drohung nicht aus. (Jona 3,3-5,10)

Nein, es ist nicht die Geschichte eines überaus erfolgreichen Propheten, die uns hier erzählt wird.
Jona selbst wollte nicht die Bekehrung. Er wollte, dass Ninive in Schutt und Asche gelegt wird.
Im Buch Jona wird dem Leser zunächst einmal einfach der Spiegel vorgehalten.
Hier wird uns der Spiegel vorgehalten!
Was willst Du als Glaubender, als Christ eigentlich?
Willst Du das, was Gott möchte oder hast Du Dir schon lange selbst zurechtgelegt, wie die Welt abzulaufen hat, was richtig ist und was Gott deiner Meinung nach zu tun hat und was nicht.
Im Blick auf das, was Jona eigentlich vorhatte, war seine Mission demnach ein völliger Misserfolg.
Erfolgreich aber war Gott, denn er wollte die Versöhnung mit den Menschen.
Und er hat sie erwirkt, so verständnislos und widerspenstig sich sein Prophet auch angestellt hat.
Welch ein Glück für Jona, dass Gott auch mit ihn barmherzig ist.
Welch ein Glück für unsere Kirche…
Welch ein Glück für einen jeden von uns…

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Ansehen

In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt. Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist. (Lk 19,1-10)

Dadurch, dass Jesus Zachäus ansieht und anspricht, dadurch, dass er ihm Ansehen schenkt, beginnt Zachäus die Welt und ihre Zusammenhänge aus dem Blickwinkel Gottes zu sehen.
Damit werden manche Dinge klein und winzig, die wir bisher als unumstößlich und weltbewegend angesehen haben. Der Blick auf die Welt und das eigene Leben bekommt eine andere Wertigkeit, wenn ich sehe, dass Gott mit anderen Augen sieht, dass er mit anderen Maßstäben handelt, als ich es aus meinem Blickwinkel heraus tun würde.
Es liegt an jedem von uns, wie Zachäus nicht die Möglichkeit zu verpassen, sich auf eine solche Veränderung der eigenen Lebenseinstellung einzulassen.

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Barmherzigkeit erfahren

Der Vater sah ihn (Anmerkung: den verloren geglaubten Sohn) schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern. (Lk 15,20b-24)

Gott ist uns in herzlicher und barmherziger Weise zugetan. Dieses uns Zugetan-Sein öffnet uns den Zugang zu einem versöhnten Leben: Gott eröffnet uns die Chance, bei ihm unsere Schuld abzuladen und mit seiner Hilfe neu anfangen zu können. So bleiben wir nicht mit uns und unseren Lebenslasten allein. Wir müssen nicht verdrängen, was uns trotz aller zur Schau gestellten Souveränität verunsichert und beschwert.
Dabei ist uns doch dieses einzigartige, menschenfreundliche Sakrament der Versöhnung geschenkt.
Wir dürfen bei Gott abladen. Wir können uns neu aufrichten lassen.
Warum lassen wir uns die Möglichkeit, mit dem Bußsakrament hilfreiche Erfahrungen zu machen, eigentlich entgehen? Warum schlagen wir dieses großzügige und barmherzige Angebot Gottes eigentlich immer wieder aus?
Der Sohn ist vor der herzlichen Umarmung des barmherzigen Vaters auch nicht weggelaufen.
Warum meinen wir das tun zu müssen?

Barmherzigkeitsabend

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Hirtenbrief zur Fastenzeit

„Der Barmherzigkeit Gottes mehr bewusst werden“

Erzbischof Hans-Josef Becker verdeutlicht in seinem Hirtenbrief zur Fastenzeit 2016 die hohe Aktualität des Themas „Barmherzigkeit“: „In den letzten wie in den kommenden Monaten wird die Verpflichtung, barmherzig zu handeln, ganz konkret durch die große Zahl der Flüchtlinge, die in unser Land kommen.“ Er sei äußerst dankbar dafür, dass sehr viele die damit verbundene Herausforderung „auf großherzige Weise“ annehmen. Damit werde auch ein Zeichen gesetzt gegen eine zunehmende Polarisierung und gegen psychische und physische Gewalt in der Gesellschaft. <weiter…>

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Berufung

In jener Zeit, als Jesus am Ufer des Sees Genesaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, so dass sie fast untergingen. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.
(Lk 5,1-11)

Der Berufung geht das Schuldbekenntnis voraus!
Petrus erschrickt angesichts der Größe Gottes. Er wird sich bewusst, wie klein und vergebungsbedürftig der Mensch vor dem großen Gott ist.
Vielleicht ist das etwas, dass wir heute wieder lernen müssen. Die eigene Erlösungsbedürftigkeit wieder neu erkennen und zugeben und die Größe Gottes ehren. Daraus erst folgt Berufung.
Unsere Welt braucht Menschen, die den Ruf Gottes – in welchem Lebensstand und welcher persönlichen Situation auch immer – hören und ihm folgen. Wir alle brauchen die Barmherzigkeit Gottes die er in überreichem Maße schenken will. Dann werden wir auch die Größe und Kraft haben, der Berufung Gottes zu folgen. Dann werden auch wir die Kraft haben zu sagen: „Hier bin ich, sende mich.“ (Jes 6,8)

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Abend der Barmherzigkeit

Die Barmherzigkeit Gottes erfahren
Abend der Barmherzigkeit am 3. Advent (13.12.) um 18.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Agatha Altenhundem

BarmherzigkeitsabendDas Heilige Jahr der Barmherzigkeit, das am 8.12.2015 beginnt, lädt unter dem Motto „Barmherzig wie der Vater“ (Lk 6,36) dazu ein, die Barmherzigkeit nach dem Vorbild des göttlichen Vaters zu leben. Dieser ruft dazu auf, nicht zu urteilen oder gar zu verdammen, sondern zu vergeben und in geradezu maßloser Weise Liebe und Verzeihung zu schenken (vgl. Lk 6,37-38).
Dieser Barmherzigkeit Gottes wollen wir nachspüren und sie neu erfahren am Abend der Barmherzigkeit am 3. Advent (13.12.) um 18.00 Uhr in der Pfarrkirche Altenhundem. Es wird Zeit sein für gemeinsames und persönliches Gebet, Betrachtung der Bibel, Meditation, eucharistische Anbetung, Musik, persönliches Gespräch, Empfang des Bußsakramentes…Der Abend endet gegen 19.30 Uhr mit dem Nachtgebet der Kirche, der Komplet.
„Die Barmherzigkeit Gottes entspringt seiner Verantwortung für uns. Er fühlt sich verantwortlich, das heißt Er will unser Wohl, und Er will uns glücklich sehen, voller Freude und Gelassenheit.“ (Papst Franziskus)

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