Monatsarchiv: September 2015

Hand, Fuß und Auge sind entscheidend

Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde. Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. (Mk 9,41-48)

Der Mensch selbst entscheidet, wohin sein Leben führt und wo es sein letztes Ziel hat.
Und das entscheidet er nicht irgendwann, sondern heute und jetzt durch sein Tun oder Nichttun, durch sein Denken und Handeln.
Dadurch, dass er entscheidet, was er jetzt in den Blick nimmt, welche Handlung er ausführt, welche Wege er betritt,
Auge, Fuß und Hand sind heute schon von Bedeutung.
Es gilt heute zu überlegen, was bestimmt meinen Blick, meinen Weg, meine Handlungen.
Der Dienst, von dem Jesus spricht, ist unverzichtbare Voraussetzung für den Himmel, weil nur so jemand zum Bürger des Himmels werden kann.
So wie Jesu Leid und Kreuz den Himmel überhaupt erst ermöglichten, ist der Dienst am Kleinsten ein Erlernen des himmlischen Zustandes.
Es geht ohne Dienst einfach nicht.
Nur wer den Kleinsten groß sein lässt und um den Dienst am Anderen bereit ist, alles zu erleiden, alles zu lassen, auf alles zu verzichten – der entgeht der Hölle der Eitelkeit, der Machtgier und der Geld-Besessenheit.
Nur wer den Blick auf Jesus und seine Botschaft lenkt, der entgeht dem Mühlstein, den er sich nur selbst um den Hals legen kann.
Nur wer um Christi willen auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, also den Dienst der Gastfreundschaft ausübt, der wird nicht um seinen Lohn kommen.

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Erniedrigung

Sie (Jesus und seine Jünger) kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. (Mk 9,33-35)

Der Rangstreit der Jünger, der Rangstreit in unserer Zeit steht in krassem Gegensatz zu dem, worum es Jesus geht:
„Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und in Liebe sein Leben hinzugeben.“
Bereits mit seiner Menschwerdung hat seine Erniedrigung begonnen. Er ist „herabgestiegen“, er hat sich „entäußert“. „Sein Leben war das eines Menschen“.
Es geht um eine innere Einstellung.
Ob einer nur sich selbst sucht, seine Ehre, seinen Ruhm, seine Macht – womöglich noch auf Kosten anderer und auf dem Rücken anderer – oder ob er auch als „Erster“ noch Bruder und Schwester zu sein vermag, sich noch bücken kann.
Man spürt sehr deutlich:
Es geht nicht einfach nur um den letzten Platz um des letzten Platzes willen.
Es geht darum, ob jemand ohne Rücksicht auf Rang und Position für andere fähig ist zu Hingabe und Liebe.

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Zeig mir Deinen Glauben!

Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten? Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne das tägliche Brot und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen – was nützt das? So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat. Nun könnte einer sagen: Du hast Glauben, und ich kann Werke vorweisen; zeig mir deinen Glauben ohne die Werke, und ich zeige dir meinen Glauben aufgrund der Werke. (Jak 2,14-18)

Hier geht es nicht um eine bloß theoretische Erörterung, sondern um ganz und gar praktische, für uns Christen lebensnotwendige Dinge:
Sind wir bereit, dem Glauben an Jesus Christus auch in unserem Leben Gestalt zu verleihen?
Wie halten wir es mit der Hilfe für den Not leidenden Nächsten?
Auf dem Hintergrund dieser Bibeltexte scheint mir die momentane Flüchtlingswelle, die bei uns ankommt, scheint mir die Not dieser Menschen, die uns durch die Medien Tag für Tag vor Augen gestellt wird, geradezu ein Wink mit dem Zaunpfahl zu sein.
Hier wird uns ganz unverblümt, direkt und für manchen vielleicht auch erschreckend die Frage gestellt:
„Du aber, wie hältst Du es mit Deinem Glauben?
Ist er Sonntagsglaube, ist er reine Fassade, oder hat er Auswirkungen in deinem Tun und Handeln?“ Jeder einzelne, aber auch jede Kirchengemeinde insgesamt wird hier angefragt. Was tun wir? Wie bekommt unser Glaube Hand und Fuß?
Möge unser Beten, Reden und Tun auch und gerade dann wenn es ganz konkret und herausfordernd wird, vom Geist des Evangeliums, vom heiligen Geist erfüllt sein und möge unser Handeln stets ein Zeichen unseres Glaubens sein, das andere verstehen und nachvollziehen können.

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Öffne dich!

In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen. (Mk 7,31-37)

Das Machtwort des Herrn „Effata – öffne dich!“ wird bei der Taufe über den Menschen gesprochen. Da berührt der Zelebrant die Ohren und den Mund des Täuflings und sagt dazu: „Wie der Herr mit dem Ruf „Effata“ dem Taubstummen die Ohren und den Mund geöffnet hat, öffne er auch dir Ohren und Mund, dass du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst zum Heil der Menschen und zum Lobe Gottes“.
Wir sind geöffnet für Gott.
Wir haben den Zugang zum Vater und zum Sohn im Heiligen Geist.
Wir können mit Gott sprechen und ihn hören, wenn wir nur wollen.
Mögen wir alle, mögen viele Menschen unserer Tage diese Entdeckung machen, mögen sie zum geistigen Leben im Kontakt mit Gott erwachen. Mögen die Tauben hören und die Stummen sprechen lernen! Und mögen wir immer wieder Gottes Wort vernehmen und den Glauben bekennen zum Heil der Menschen und zum Lobe Gottes.

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