Monatsarchiv: Juni 2015

Reisesegen

Herr unser Gott, in diesen Tagen schenkst du vielen Reisenden Freude:
Sie sind von der Bürde der Arbeit entlastet und können die Schönheit Deiner Schöpfung erfahren und neue Kraft für den Alltag sammeln. Gewähre allen Urlaubern, dass sie die Zeit nützen und durch ihre Erlebnisse und Begegnungen bereichert werden. Schütze alle Reisenden vor den Gefahren des Leibes und der Seele und lass sie gesund und froh heimkehren. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN

Allen Urlaubern wünschen wir eine beschützte Reise und erholsame Tage.
Mögen Sie die Urlaubstage als Gabe Gottes erkennen können, der uns mit seinem Segen
immer begleitet und uns in den Zeiten der Ruhe besonders nahe ist.
Eine schöne Zeit und ein gesundes Wiedersehen wünscht Ihnen

Ihr Pastoralteam

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Eingeordnet unter Infos pastoraler Raum Lennestadt

Gott redet dazwischen

Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers. Als Jesus den Lärm bemerkte und hörte, wie die Leute laut weinten und jammerten, trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus. Er aber schickte alle hinaus und nahm außer seinen Begleitern nur die Eltern mit in den Raum, in dem das Kind lag. Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talita kum!, das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! Sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. (Mk 5,38-42)

Die Realisten in unseren Reihen werden denken: „Wohl wahr“ und der Meinung der damals Umherstehenden zustimmen.
Doch dann redet Gott – mit dem keiner rechnet – einfach mitten rein.
Jesus sagte zu dem Kind:
Talita kum! Mädchen, ich sage dir, steh auf!
Sofort stand das Mädchen auf und ging umher.
Mit einem Mal ist allen das Lachen, das Auslachen vergangen. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. Es scheint zu sein wie im Film: Ein Toter steht wieder auf und lebt.
Gott redet dazwischen. Und das tut er oft, auch bei uns.
Doch nur selten wollen wir es hören, nur selten wollen wir daran glauben.
Eben weil wir alle Realisten sind, uns nichts vormachen wollen und nicht immer und immer wieder enttäuscht werden wollen, weil wir auf etwas gehofft hatten, wo es keine Hoffnung mehr gab, darum glauben wir auch nicht daran.
Es wäre doch auch Unsinn zu glauben, dass Tote zu Lebzeiten wieder auferstehen, dass unheilbare Krankheiten plötzlich geheilt werden oder hoffnungslos zerstörte Beziehungen wieder eine Zukunft haben, aber es ist – und das will uns Jesus Christus vor Augen führen – eben kein Unsinn zu glauben, dass da Gott nicht doch ein Wörtchen mitzureden hat.
Gerade in den hoffnungs- und aussichtlosen Situationen in unserem Leben will Gott bei uns sein und uns Hoffnung schenken, wo wir bereits alle Hoffnung aufgegeben haben.
Hoffnung vielleicht nicht auf ein Wunder, dass alles wieder wird, wie es einmal war – so als ob nichts geschehen wäre, aber Hoffnung, dass es für jede – wohlgemerkt für jede – Situation im Leben eine Lösung, einen Ausweg gibt, ja ein neues, ein anderes Leben nach dem Tod, oder besser gesagt, nach den vielen Toden, die wir in unserem Leben immer wieder sterben müssen.

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Spirale der Angst

Nachdem Adam von der Frucht des Baumes gegessen hatte, rief Gott, der Herr, ihm zu und sprach: Wo bist du? Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich. Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe? Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen. Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt, und so habe ich gegessen. (Gen 3,9-13)

Die Angst, zu kurz zu kommen, nicht genug vom Leben zu haben, lässt Adam und Eva misstrauisch werden gegenüber Gott: Will er ihnen etwas vorenthalten, gönnt er ihnen das Beste im Leben nicht?
Und ein wenig später ist es die Angst vor Strafe, die sie beide nach Ausreden und Entschuldigungen suchen lässt: Die Frau, die Adam kurz zuvor noch als das größte Geschenk Gottes gepriesen hat, ist jetzt an allem schuld. Und genauso schiebt auch sie die Schuld weiter – aus Angst.
Und Angst erzeugt Scham:
Man traut sich nicht mehr, einander unter die Augen zu treten, man muss sich voreinander verstecken und sich etwas vorspielen, was nicht der Wirklichkeit entspricht.
Der menschliche Umgang miteinander ist grundlegend gestört. Und das Ganze setzt sich fort:
Aus Angst entsteht Schuld und daraus wieder neue Angst. Es ist wie eine Spirale der Angst.
Dabei hilft uns Menschen letztlich nur Eines um aus dieser Spirale der Angst zu entkommen.
Es ist der Glaube an den einen Gott, der einen bei aller Schwäche und Ohnmacht nicht fallen lässt. Denn dieser Glaube hilft uns, mit jeder Form von Angst fertig zu werden. Der Glaube hilft uns, diese urmenschliche Daseinsangst anzuschauen und anzunehmen.
Es klingt verrückt, aber es ist alles andere als das:
Wer seine Angst nicht versteckt, sondern vor Gott hinhält, bei dem kann Gott sie verwandeln in Vertrauen.
Genau deshalb haBeichtgesprächt Jesus seinen Jüngern den Auftrag zur Sündenvergebung gegeben und die Kirche hat dafür einen geschützten Raum geschaffen in der Beichte – einen Ort der Zusage im Namen Jesu:
„Mensch, du musst nicht ständig weglaufen vor Gott, der dich liebt und dir dein Leben gönnt;
du darfst zu deinen Fehlern stehen, du musst sie nicht ewig mit dir herumschleppen;
du darfst dir selbst und Gott deine Angst eingestehen und deine Zweifel, sie müssen dich nicht davon abhalten, deinen Weg mit Gott zu gehen.“

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