Monatsarchiv: April 2015

Berufung

Heute meinen viele Menschen, die Berufung zum Christsein, mache unfrei, nehme alles Schöne des Lebens weg. Aber so ist es nicht.
Wenn ich auf den Ruf Christi in mir höre, dann gewinne ich erst das Leben.
Die Stimme Christi in mir öffnet mich, löst mich aus Fesseln, die mich vom realen Leben fernhalten.
Es sind die Fesseln, die die Nachbarn spüren, die beziehungslos nebeneinander wohnen. Es sind die Fesseln die Jugendliche spüren, die erfahren, dass grenzenlose Lebenslust auch nicht glücklich macht, oder ungesättigter Medienkonsum jedem Mitgefühl entreißt.
Auf die Stimme Jesu zu hören, weckt dagegen meine innersten Empfindungen, lässt mich spüren, was ich alles beitragen könnte, als Christ das Leben mitzugestalten.
Wir können uns daher fragen:
Höre ich die Stimme Christi in mir oder dränge ich sie weg?
Vielleicht bin ich für sie zwischenzeitlich taub geworden?

Jesus, göttlicher Hirt, du hast die Apostel berufen und zu Menschenfischern gemacht. Rufe auch heute junge Menschen in deine Nachfolge und deinen Dienst. Du lebst ja, um immer für uns da zu sein. Dein Opfer wird auf unseren Altären Gegenwart, weil alle Menschen an der Erlösung teilhaben sollen.
Lass alle, die du berufen hast, diesen deinen Willen erkennen und sich zu eigen machen. Öffne ihnen den Blick für die ganze Welt, für die stumme Bitte so vieler um das Licht der Wahrheit und die Wärme echter Liebe. Lass sie getreu ihrer Berufung am Aufbau deines geheimnisvollen Leibes mitarbeiten und so deine Sendung fortsetzen. Mach sie zum Salz der Erde und zum Licht der Welt.
Gib, Herr, dass auch viele Frauen und Mädchen ebenso entschlossen dem Ruf deiner Liebe folgen. Wecke in ihren Herzen das Verlangen, vollkommen nach dem Geist des Evangeliums zu leben und sich selbstlos hinzugeben im Dienst an der Kirche. Lass sie bereit sein für alle Menschen, die ihrer helfenden Hand und ihrer barmherzigen Liebe bedürfen. (Papst Paul VI.)

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Ihr seid Zeugen!

Er (Jesus) sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür. (Lk 24,46-48)

Als Christen sind wir eingeladen, Zeugnis abzulegen für das, was wir im Glauben erfahren haben, denn Jesu Ziel ist es, dass alle Völker zu ihm umkehren,, damit bei allen auch Ostern werden kann. Deshalb beten wir in der Eucharistiefeier immer wieder: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ Verkünden und preisen – die Erfüllung dieser Aufgaben, mögen für uns als österliche Menschen nicht nur Worte sein, die wir im liturgischen Rahmen auf den Lippen haben. Verkünden und preisen – die Erfüllung dieser Aufgaben mögen uns ein Herzensanliegen sein.

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Herzlichen Glückwunsch

Wir gratulieren allen Erstkommunionkindern dieser Tage zum Empfang der Hl. Eucharistie und wünschen Ihnen, dass sie immer mehr und intensiver den Herrn, der uns als der gute Hirt begegnen will, erfahren und erleben dürfen.

Möge Gott Euch und Eure Familien segnen!

 

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Anfänger im Glauben

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.
Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. (Joh 20,19-31)

Wir alle sind Anfänger im Glauben. „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht!“ (Joh 4,48), sagte Jesus und meinte damit all jene, denen es schwerfällt, auf Absicherungen zu verzichten und allein dem Worte Gottes zu vertrauen.
Der vollentwickelte Glaube ist nicht leicht und billig zu haben. Wer den Glauben eines Thomas hat, bewegt sich zwar auf dem richtigen Weg, darf aber nicht stehenbleiben, wie Jesus klar zu verstehen gibt.
„Selig, die nicht sehen und doch glauben.“
Johannes schrieb sein Evangelium für Christen, die Jesus weder in seinem irdischen Leben begegnet waren noch als Auferstandenen gesehen hatten. Ihnen wird gesagt: „Selig, die nicht sehen und doch glauben!“
Ganzer Glaube stützt sich also nicht auf das Sehen; er vertraut vielmehr dem Zeugnis derer, die dem Herrn gefolgt waren.
Auch wir haben keine andere Stütze für unseren Glauben als das zuverlässige Wort der Zeugen des Lebens Jesu, die für den Glauben an den Auferstandenen in den Tod gegangen sind.
Der wahrhaft Glaubende wird darum nicht der Gefahr erliegen, sein eigenes Denken zum Maßstab aller Dinge zu machen, sondern im Wissen um die Grenzen des eigenen Ich für die größeren Möglichkeiten offen sein, die uns in der Gemeinde Jesu Christi angeboten werden.

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Bleibe hier bei uns

„Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt.“ Da ging er (Jesus) mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. (Lk 24,29-35)

Das Entscheidende passiert, als Christus den Jüngern das Brot bricht und es ihnen so gibt wie beim letzten Abendmahl. Da endlich, so heißt es, „gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn“ (Lk 24,31). Was bis dahin nur Ahnung war und Gefühl im Herzen, das wird nun zu Gewissheit: Der Herr lebt!
Wenn wir Jesus wirklich erkennen wollen, ihn sicher bei uns haben wollen, dann müssen wir ihn in der Eucharistie suchen. Dazu hat er sie seinen Jüngern als sein kostbarstes Vermächtnis am Abend vor seinem Leiden hinterlassen.
Die Jünger hält es, nachdem sie ihren Herrn beim Brotbrechen erkannt haben, nicht mehr in Emmaus.
Sofort machen sie sich auf und eilen zurück nach Jerusalem zu den anderen, um ihnen die Frohbotschaft zu bringen.
Sie können das Große, das sie erlebt haben, nicht für sich behalten, sondern müssen es mit den anderen teilen.
So ist der Weg nach Emmaus, der so traurig begann, ein Weg zur Freude geworden und zur gemeinsamen Feier.
Diesen Weg, den Jesus auch uns verborgen führt, dürfen auch wir immer wieder gemeinsam feiern.
Welche Gnade!

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Ostern

Osternacht

Am Osterfeuer wird die Osterkerze entzündet und feierlich in die dunkle Kirche getragen, – ein ergreifender Augenblick, – alle Anwesenden ziehen hinter ihr her. Die Lichtsäule, ein sprechendes österliches Symbol Christi: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern gehen müssen“, – das stellt sich hier dar. „Lumen Christi, – „Licht Christi“ – „Deo gratias!“ – „Dank sei Gott!“, das je dreimal. Und wenn alle Lichter in den Händen der einzelnen entzündet sind, dann wird die Osterkerze auf den Leuchter gestellt. Und jetzt folgt die österliche Proklamation, der Heroldsruf der Auferstehung im Licht der Kerze. In der Antike kündeten Herolde die Ankunft des Herrschers an. Das erste Wort „Exsultet ..“ – „Jubelt im Himmel ihr Chöre der Engel, jubelt ihr göttlichen Geheimnisse, freue dich Erde!“

Allen Besuchern unserer Seiten wünschen wir ein gnadenreiches und gesegnetes Osterfest!

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Karsamstag

Der Karsamstag ist der Tag der totalen Gottesfinsternis, des „Todes“ Gottes. Es ist der Tag der Grabesruhe, des Schweigens, der Leere und des Nichts. Die Jünger haben alle ihre Hoffnungen mit Jesus begraben. Sie sind enttäuscht und verzweifelt. Nichts ist ihnen geblieben außer ihren Erinnerungen. Ihre Träume und Hoffnungen sind zerbrochen. Was ihnen Halt gab, ist nicht mehr. War es überhaupt Wirklichkeit oder war es nur ein Wunschtraum? Sie zweifeln, sie klagen und sie weinen. Sie ziehen sich resigniert zurück und wenden sich irgendwann wieder ihren Alltagsgeschäften zu.
Vielleicht ist das Schweigen des Karsamstags so etwas wie die Erwartungshaltung der ganzen Erde. Es erinnert an das Schweigen vor der Erschaffung der Welt (Gen 1,2) und an die Stille der Heiligen Nacht, in der Gottes Sohn Mensch wurde. Alles wartet, dass Gott machtvoll handelt. Wir alle warten – scheinbar vergeblich. So ist es auch am Karsamstag. Vergessen wir aber den Todesruf Jesu am Kreuz nicht:„Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Mk 15,34) Aus abgrundtiefer Not und Verlassenheit heraus hat dieser Schrei die Welt erschüttert. Und er hallt nach in unseren Herzen, bis heute. Auch Jesus, der Herr, fühlte sich von Gott verlassen genau in der Stunde, in der er ihn am meisten gebraucht hätte. Trotzdem aber ruft er in seiner Angst und Einsamkeit zu IHM, seinem Vater. Wider alle Hoffnung hält er am Glauben fest, selbst dann noch, als dieser sinnlos geworden zu sein scheint. Gottverlassenheit und Gottesnähe zugleich – scheinbar absurd und doch auch unserer alltäglichen Erfahrung so ganz nah.

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