Monatsarchiv: März 2015

Gott zujubeln

Wir stehen am Palmsonntag, dem Anfang der Karwoche.
Wir hören die Texte.
Wir erleben den Jubel – aber wissen auch um den Umschwung.
Wir sollten das Risiko des Jubels eingehen.
Aber wir sollten Gott zujubeln, nicht dem, was wir uns erträumen.
Wir sollten auf Jesus Christus schauen.
Diese Tage sind für uns Gelegenheit, uns neu auf den Weg der Nachfolge zu machen.
Wir dürfen, ja wir sollen Jesus zujubeln. „Heilig ist der, der kommt im Namen des Herrn!“.
Aber wir sollten daran denken, dass es Gottes Wille ist und nicht unsere Luftschlösser, denen unser Lob gilt.
Für Jesus war es der Wille Gottes, dass er das Leid der Welt annimmt und auf seinen Schultern trägt.
„Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr – zur Ehre Gottes, des Vaters.“(Phil 2,9-11)

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Jesus sehen

In jener Zeit traten einige Griechen, die beim Osterfest in Jerusalem Gott anbeten wollten, an Philippus heran, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und sagten zu ihm: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht auf die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. (Joh 12,20-24)

„Wir möchten Jesus sehen.“ Diese Bitte stellen viele Zeitgenossen an uns Christen. Fast immer unausgesprochen! Wir sind Gottes Botschaft, in Taten und Worten geschrieben. Wir machen Jesus sichtbar für die Menschen unserer Tage. Was aber, wenn heute wir, diese einzige Bibel, die die Leute noch lesen, unleserlich sind oder unglaubwürdig?
Was, wenn wir den Blick auf Jesus nicht freigeben, sondern durch unser Leben verhindern? Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt, wenn er kommt!
Daran erinnert uns auch der heutige Misereor-Sonntag, an dem wir uns unserer Verantwortung für die Armen in Afrika, Asien und Lateinamerika in besonderer Weise bewusst werden und sie durch unser großherziges Fastenopfer und unser Gebet unterstützen.

Misereor

www.misereor.de

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Gottes Gerechtigkeit

Gott, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht. Aus Gnade hat er uns gerettet. (Eph 2,4/5)
Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. (Joh 3,16-18)

Wer nur seine Leistung in den Vordergrund rücken will, wer nur nach dem beurteilt werden will, was er tut und was in ihm steckt, der muss sich klar machen, wie blamabel die Bilanz dann aussehen könnte!
Gottes Gerechtigkeit ist eine andere, als die unsere.
Gott leidet mit jedem Menschen, er fühlt für jeden einzelnen und er will keinen verlieren.
Und das Einzige, was wir Menschen wirklich tun müssen, das ist, dies Gott auch wirklich abzunehmen, Gott zu glauben, dass er unser Heil möchte, dass er uns das Leben schenkt und es gut mit uns meint. Wer glaubt, wird nicht gerichtet,

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Ästhetik des Kirchraums

Das Paschafest der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen. Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um. Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle! Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich. (Joh 2,13-17)

Was würde Jesus etwa heutzutage tun, wenn ihm wie uns in mancher Kirche bereits an der Glastür des Windfanges ein mehr oder weniger lieblos angeklebtes Plakat irgendeiner anstehenden Aktion beim Betreten der Kirche unübersehbar und geradezu visuell schreiend begegnete?
Würde er dann vielleicht sagen: „Macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Litfaßsäule“?
Oder in einem ganz anderen Bereich.
Wenn wir in der Kirchenzeitung oder in der Tageszeitung Ankündigungen lesen.
Dann steht da:
Der Chor oder der Musikverein von so und so führt die Krönungsmesse von Mozart auf.
Es spielt das Orchester von da und da, unter dem und dem Dirigenten.
Es wird also eine Messe „aufgeführt“.
Was ursprünglich als Eucharistiefeier zur Ehre Gottes und zur Hinführung zu Gott gedacht war, wird zum reinen Konzert.
Würde Jesus dann auch sagen: „Ihr habt das Haus meines Vaters zu einer Konzerthalle gemacht“?
Sicher sind das nicht die alles entscheidenden Fragen, aber es sind doch Anfragen, denen wir uns selbstkritisch stellen sollten.
Müssen wir da vielleicht Einkehr, vielleicht sogar Umkehr halten, heute genauso wie damals?

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Glaube = Bemühen + Geschenk

In jenen Tagen stellte Gott Abraham auf die Probe. Er sprach zu ihm: Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. Gott sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, geh in das Land Morija, und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne, als Brandopfer dar. Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham den Altar und schichtete das Holz auf. Schon streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. Jener sprach: Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus, und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten. (Gen 22, 1-2.9a.10-12)

Abraham schien alles zu verlieren, ihm schien der Boden des Lebens und des Glaubens weggezogen zu werden. Er erfuhr hautnah: Glaube ist eigenes Bemühen und noch vielmehr Geschenk.
Auf einen tröstlichen Nenner können wir die Grunderfahrung von Abraham bringen:
Unser Leben geht gut aus.
Gott geht mit uns, was immer das Leben uns bringt.
Gott mutet uns viel zu, sehr viel, doch letztendlich nicht zu viel.
Abraham erlebt das in der Geschichte des Volkes Israel und er erlebt es in seiner ganz persönlichen Lebens- und Glaubensgeschichte. Er ist auch für uns ein Vorbild im Glauben, eines Glaubens, der kein fester Besitz für immer ist, sondern ein Weg mit Höhen und Tiefen, ein Glaube, der im Leben und durch das Leben geläutert wird und reift.

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