Monatsarchiv: September 2014

Umkehr

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht.
Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch.
Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite.
Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt. (Mt 21,28-32

Wie oft erfahren auch wir im Alltag, dass ein Ja längst noch kein Ja bedeuten muss.
Wie oft wird ein Nein mit einem Ja kaschiert.
„Später aber reute es ihn und er ging doch.“
Mit dem Wort „es reute ihn“, kennzeichnet Jesus den inneren Prozess der Umkehr des Herzens.
Bei Gott gibt es immer einen Weg zurück.
Bei ihm ist die Tür immer offen.
Er wartet auf unser Ja, aber nicht nur auf unser Ja-Sagen, sondern auf unser Ja-Tun.
Lippenbekenntnisse, die nicht durch das Leben gedeckt sind, haben keinen Wert. Am Ende zählt die Tat.
Ein Nein zu Gott kann immer wieder umgewandelt werden in Ja.
Jeder konkrete Schritt, auch der kleinste, durch den wir etwas in unserem Leben zu ändern beginnen, ist wichtiger als viele Worte, lange Reden, endlose Diskussionen und große Versprechungen.
Entscheidend ist das Tun.
Das Gleichnis will uns aufrütteln, dass wir uns nicht mit einem bloßen „Ja Herr“ begnügen und dann doch nicht danach handeln.
Auch unser Bekenntnis zu Jesus ist erst dann wahrhaftig, wenn ihm im Tun das Ja zu seinem Willen folgt.

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Leben wie Christus

Für mich ist Christus das Leben, und Sterben Gewinn. (Phil 1,21)

Es ist eben nicht alles im Leben, seinen Weg zu machen, voranzukommen, seine Pläne, Wünsche und Träume zu erfüllen.
Vor allem:
Was uns die Gesellschaft, die Medien und die Werbung vorgaukeln, ist oft schöner Schein. Das angeblich Neueste, Schönste und Beste macht vielleicht interessant, aber nicht liebenswert.
„Für mich ist Christus das Leben“:
das meint vielleicht, diese Dinge zu durchschauen und dann etwas anderes zu probieren.
Andere nicht beurteilen nach dem, was sie „bringen“ und „haben“.
Jesus hätte vermutlich gefragt, was die anderen brauchen. Hinter der Fassade des Besitzes und des Protzes, ist vielleicht der Schrei nach einer Ermunterung, einem guten Wort.
So könnte es anfangen, dieses Leben, wie es Christus entspricht.

„Für mich ist Christus das Leben“, das meint vielleicht:
Alles das sehen, was mir im Leben geschenkt ist, ihm dafür zu danken und es dann – teilen!
Wir können helfen, für andere Leben zu ermöglichen.
So könnte es anfangen, dieses Leben, wie es Christus entspricht.

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Kreuzerhöhung

Kreuz

„Ecce homo!“ Seht den Menschen! Seht das „Haupt voll Blut und Wunden!“
Seht diesen Jesus von Nazareth, geschlagen, verspottet und verhöhnt – ein Opfer von Hass und Ungerechtigkeit, ein Gescheiterter, dessen Leben vor 2000 Jahren am Kreuz endete.

„Ecce homo!“
Das heißt aber genauso:
Seht, wozu der Mensch auch fähig ist!
Im Vertrauen auf Gott bleibt Jesus selbst am Kreuz noch souverän.
Von den Freunden verlassen, sagt er sich doch nicht von ihnen los.
Seine grenzenlose Liebe macht auch vor denen nicht Halt, die ihn dem Tod überliefern.

Deshalb sehen wir am Kreuz zwar den leidenden und gequälten Herrn, wir sehen aber auch seine Größe und Herrlichkeit.
Wir sehen in ihm das wahre Bild des Menschen, das Ebenbild Gottes. Gott hat ihn – wie Paulus sagt – „über alle erhöht“ (Phil 2, 9). Er hat ihn durch den Tod hindurch ins neue Leben hinein verwandelt. Letztendlich ist es Gott selbst, der in Jesus Christus das Leid der Welt auf sich nimmt und es dadurch im Innersten überwindet.

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Angenommen

»Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.« (Mt 18,20)

Da müssen wir ihn nicht erst lange rufen.
Da müssen wir ihn nicht erst bitten und betteln.
Da ist er da, wirklich da – treu und zuverlässig.
Wieviel Trost und wieviel Kraft liegt in dieser Gewissheit:
Der Herr ist bereits da, mitten unter uns.
Ganz gleich, wie es in uns aussieht, ob wir uns würdig und vorbereitet fühlen oder nicht – er ist da!
Und wir dürfen uns ihm zumuten, so, wie wir sind.
Wir müssen nicht erst gut sein und etwas leisten, damit er zu uns kommt. Er ist da, weil wir da sind und weil er uns liebt!
So fängt das Heil an: Zu wissen, ich bin angenommen, ich bin gewollt, ich bin geliebt!

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