Monatsarchiv: August 2014

Gepackt und überwältigt

Du hast mich betört, o Herr, und ich ließ mich betören; du hast mich gepackt und überwältigt. Zum Gespött bin ich geworden den ganzen Tag, ein jeder verhöhnt mich. Ja, sooft ich rede, muss ich schreien, „Gewalt und Unterdrückung!“ muss ich rufen. Denn das Wort des Herrn bringt mir den ganzen Tag nur Spott und Hohn. Sagte ich aber: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen sprechen!, so war es mir, als brenne in meinem Herzen ein Feuer, eingeschlossen in meinem Innern. Ich quälte mich, es auszuhalten, und konnte nicht. (Jer 20,7-9)

Jeremia ist gepackt und überwältigt.
Eine gewaltige Kraft in seinem Inneren ist es, die ihn weitermachen lässt.
Jeremia lebt nicht von der äußeren Bestätigung durch irgendeine Mehrheit, sondern aus dem tiefen inneren Antrieb.
Was uns an Jeremias Haltung ermutigen kann, ist, dass er trotz allem an seiner Berufung festhält.
Auch wenn er an ihr, ja sogar an Gott leidet, hält er diese Spannung aus und bleibt der Stimme seines Herzens, bleibt der Stimme Gottes treu.
Wenn wir unserer Herzensstimme treu bleiben und Durststrecken in Kauf nehmen, selbst wenn wir auf unserem Weg verunsichert und abgelehnt werden, können wir daran wachsen und unserer Berufung mit noch mehr innerer Stärke gerecht werden.
Gott fordert uns heraus mit der Frage:
Von wem willst Du Dir Deine Maßstäbe setzen lassen?

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Du aber…?

In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage die: Du bist Petrus – der Fels -, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. (Mt 16,13-19)

Jesus fragt in der Einsamkeit, in der Stille, dort wo er von Herz zu Herz fragen kann, die Apostel nicht nur:
„Für wen halten die Leute mich?“
Nein, er wird ganz persönlich:
„Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“

Man kann sich ja sehr gut hinter der Meinung anderer Leute verstecken, positiv und negativ.
Was „man“ alles über Jesus und über die Kirche sagt.
Aber irgendwo und irgendwann kommt der Punkt, an dem Jesus dich fragt: „Du aber, wie stehst du zu mir?
Was bedeute ich dir? Wer bin ich für dich?“

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Dein Glaube ist groß

In jener Zeit zog Jesus sich in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. 3Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie von ihrer Sorge, denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast Recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt. (Mt 15,21-28)

Wir können von dieser heidnischen Frau Glaubensschritte lernen:
– Wende dich in der Not an Jesus.
– Lass dich nicht beirren, wenn Gott auf dein Gebet hin schweigt.
– Beuge dich unter den Plan Gottes, auch wenn du ihn nicht verstehst.
– Und appelliere an die Großherzigkeit, an die Liebe und Barmherzigkeit Gottes, die größer ist als alle Grenzen.

Vielleicht sagt Jesus zu uns dann auch einmal: „Dein Glaube ist groß.“ Hoffentlich sagt er das!

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Habt Vertrauen

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn. (Mt 14,22-33)

„Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“ –
Können wir das so einfach annehmen?
Erreicht dieses Wort unser Herz?
Oder fällt es uns doch leichter zu sagen: „Christi Wort in Ehren. Aber uns wird es mulmig und ein komisches Gefühl beschleicht uns.
Wir hören von immer neuen Krisen!
In Syrien und vielen islamistisch beeinflussten Ländern werden Christen verfolgt, vertrieben, getötet, werden die Menschen auf der Strasse umgebracht, in Israel und Gaza herrscht Krieg ; in Afrika fallen Menschen der Seuche zum Opfer oder verhungern. Wie können wir vertrauen?
Wie gut, wenn wir in unseren Ängsten, in unseren Sorgen und Nöten nicht alleine sind.
Wie gut, wenn jemand bei uns ist, wenn das Lebensboot in den Wellen des Leben hin- und her geworfen wird, wenn der Sturm braust und die Angst in uns aufsteigt.
Auch Petrus schreit. Auch Petrus hat Angst! Er droht unterzugehen. Er hat, kaum will er Jesus entgegengehen, das Vertrauen verloren.
Ja, Petrus schreit in seiner Angst und Not: „Herr, rette mich!“ Und Jesus fackelt nicht lange.
Er kennt seinen Petrus – und er streckt sofort die Hand aus, rettet ihn und sagt: „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“
Jesus scheint damit sagen zu wollen: Vertraue, auch wenn dir manchmal das Wasser bis zum Hals steht. Gib nicht auf.
Habe Vertrauen, denn so lange ich bei dir bin, wirst du in den Fluten nicht ertrinken.
Solange Jesus uns im Blick hat und solange wir Jesus im Blick haben, werden wir zwar nicht ohne Angst sein, aber die Fluten werden uns nicht verschlingen.
Ob wir das glauben? Ob wir vertrauen? Ob wir uns ganz ihm hingeben?
Schauen wir Jesus ins Gesicht, blicken wir in seine Augen und rufen, ja schreien wir: Herr, rette mich. Gerade in den Turbulenzen des Lebens, wenn wir nicht mehr ein noch aus wissen – gerade dann gilt es, dass wir Jesus in den Blick nehmen, dass wir uns von Jesus in den Blick nehmen lassen, dass wir ihn anschauen, dass wir beten und ruhig werden oder wie Petrus schreien: Herr, rette mich!

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Durst nach Leben

BrunnenSo spricht der Herr: Auf, ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser! Auch wer kein Geld hat, soll kommen. Kauft Getreide, und esst, kommt und kauft ohne Geld, kauft Wein und Milch ohne Bezahlung! Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt, und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht? Hört auf mich, dann bekommt ihr das Beste zu essen und könnt euch laben an fetten Speisen. Neigt euer Ohr mir zu, und kommt zu mir, hört, dann werdet ihr leben. Ich will einen ewigen Bund mit euch schließen gemäß der beständigen Huld, die ich David erwies. (Jes 55,1-3)

Wie viel Geld geben die Menschen heute aus, um ein erfülltes Leben zu haben, ein sinnerfülltes Leben! Was tut man nicht heute alles, um so ein Leben in Fülle zu haben. Wenn man sich einmal umschaut:
Wie viele Menschen versuchen auf der Karriereleiter immer höher zu klettern.
Und es geht überhaupt nicht um mehr Geld, sondern es geht nur noch darum, dass man Wer ist. Wie viele Urlaubsreisen werden unternommen, nicht um sich zu erholen, sondern um sagen zu können: Ich bin da und da gewesen. Keiner weiß dann so genau, wo dieser Urlaubsort liegt. Aber wir sind da gewesen.
Wie viel verwenden die Menschen heute auf ihre Kosmetik, wie viel wenden die Menschen heute auf, um psychisch „auf Vordermann“ zu kommen, weil sie mit den Lasten und Sorgen ihres Lebens nicht mehr fertig werden.
Und da sagt uns Gott:
Wenn du Sehnsucht hast nach einem erfüllten Leben, dann komm zu mir.

Am Ende unserer Lesung heißt es: „Neigt euer Ohr und kommt zu mir, hört, dann werdet ihr leben. Ich will einen ewigen Bund mit euch schließen gemäß der beständigen Huld, die ich David erwiesen habe.“
Das bedeutet im Tiefsten: Der Mensch lebt von der Bundestreue Gottes. Gott hat sich uns gegenüber verpflichtet:
Ich will einen ewigen Bund mit euch schließen. Das heißt: Gott steht zu uns.
Wir stehen nicht unter einer Willkür Gottes, als ob er mal gut oder mal schlecht ist, als ob er nach Lust und Laune handelt. Nein, er hat einen ewigen Bund mit uns geschlossen.
Wenn wir Leben in Fülle suchen, dann dürfen wir es nicht irgendwo, sondern dann suchen wir bei Gott, der einen ewigen Bund mit uns geschlossen hat, und der uns beständig seine Huld bewahrt hat.
Wir leben aus der Fülle Gottes.

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