Monatsarchiv: Februar 2014

Provokation

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn.
Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.
Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel.
Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm.
Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. (Mt 5,38-42)

Wenn wir uns die konkreten Beispiele Jesu unter die Haut gehen lassen, dann entdecken wir vielleicht auch in unserem Leben Situationen, in denen wir die Möglichkeiten unserer Liebe, unseres Zugehens auf die anderen unterschätzen und noch nicht genügend ausschöpfen.

Wir können uns durch die Weisungen der Bergpredigt provozieren lassen, nach kleinen Spuren der Gewaltspirale in unserem Leben zu suchen – :
– wo etwa eine Unaufmerksamkeit der anderen in mir eine Kettenreaktion auslöst, Vorurteile entstehen lässt und in Aggression umschlägt;
– wo sich versteckte Antipathien und Aversionen hochschaukeln zu Ablehnung und offenem Streit;
– wo bloße Vermutungen zu bösen Unterstellungen eskalieren.

Wir können uns durch die Weisungen der Bergpredigt im guten Sinne provozieren lassen, den anderen ihre Andersartigkeit zuzugestehen.

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Mut und Überzeugung

„Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.“ (Mt 5,13)

Salz garniert nicht, es wird mitten hineingemischt ins Essen. Christsein ist für Jesus auch nicht das persönliche Wohlfühlprogramm, dass das eigene Leben ein wenig versüßt. Christen mischen sich ein: in Diskussionen, in Fragen nach Recht und Unrecht – privat wie politisch.
Nicht besserwisserisch, sondern besorgt um das Wohl und Weh der Mitmenschen.
Der „süßere“ Weg ist sicher, jeden nach seiner Fasson selig werden zu lassen. Das fällt leicht und geht bei anderen gut runter. „Aber wenn das Salz nicht mehr salzt, zu was ist es nütze?“
Es braucht Mut und Überzeugung, sich einzumischen.
Beides traut Jesus denen zu, die ihm nachfolgen. Weil sie sich mit dieser Nachfolge auch automatisch für den ganzen Einsatz für Liebe, Gerechtigkeit und das Leben entschieden haben.
„Ihr seid das Salz der Erde!“: Stehen zu den Konsequenzen unserer Überzeugungen, unseres Glaubens.

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Erleuchtet!!

Jetzt wurde er (Simeon) vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:
Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen, 31das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. (Lk 2,27-32)

Wir dürfen uns von Christus, dem Licht, das erleuchtet, anstrahlen lassen, uns von ihm hell und froh machen lassen und, von ihm erleuchtet, sein Licht weiterschenken hinein in eine Welt, die in vielen Teilen und an vielen Stellen voller Finsternis und Schatten ist.
Das Licht Christi soll auf unserem Gesicht widerstrahlen und hineinleuchten in die Welt.
Uns allen, die wir die Kirche sind, ist ein Licht anvertraut, das wir nicht unter den Scheffel stellen dürfen, das wir nicht wie ein „Schwarzes Loch“ absorbieren dürfen, indem wir nur um uns selber kreisen.
Wir dürfen uns auch daran erinnern, dass uns vom ersten Tag unseres Christseins an das Licht begleitet, das uns mit der Taufkerze anvertraut wurde. In diesem Licht sind wir in Christus eingetaucht.
Wir feiern heute, dass Simeon und Hanna uns den Weg zeigen, das Licht in unser Leben zu lassen. Es ist das Licht des Gottes, der uns geschenkt wird, wenn wir im richtigen Augenblick hellwach sind, offen sind für den Geist, mit dem er uns erfüllen will und dann auch zupacken.

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